| (5) Sisters of Mercy | zurück zur Horrorseite |
Verdammt, das war das Blödeste, daß mir je passiert ist. Alles fing damit an, daß Rachel zu ihrer Oma fahren mußte. Diese hatte sich ein Bein gebrochen und brauchte jemanden, der sie versorgte. Also holte sie sich Urlaub und fuhr los. Die Oma wohnte in irgendeinem Nest in Kansas. Ich blieb folglich allein zu Hause und ging meinen Job nach. Es machte mir richtig Spaß, in einem Zoo zu wirken. Ich arbeitete mit zwei Kollegen zusammen, und so hatte ich geregelte Arbeitszeiten. Zwar gab es Bereitschaftsdienst, aber damit konnte ich leben. Vorher war ich ja praktisch immer im Dienst. Außerdem gefiel mir LA. Anfangs dachte ich, die Ruhe zu vermissen, aber dies war nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, hier war immer was los, ich hatte eine Menge neuer Bekannter und spielte in einem Poolverein. Und letztlich klappte es zwischen Rachel und mir ausgezeichnet. Sie war einfach wunderbar, und inzwischen (ich wohnte jetzt 1 Jahr hier) sprachen wir bereits von Heirat.
Aber wie gesagt, erst mal mußte sie eine Zeit lang zur Oma. Eines Abends kam ich gegen zehn nach Hause und lümmelte mich in meinen Sessel. Im Fernseher lief zwar nichts Gescheites, aber was sollte man schon machen. Der Sprecher drohte einen Thriller an, mir blieb gerade noch Zeit, ein Sandwich zu schmieren. Gerade als ich wieder Platz nehmen wollte, klingelte es. Ich erwartete zwar keinen Besuch, öffnete aber dennoch. Der Schlag, der mich traf, war hart und blitzschnell. Ich spürte noch, wie ich zu Boden sank, dann gingen meine Lichter aus. Ich merkte nicht, wie man mich von meiner Wohnung fort brachte. Als ich meine Augen wieder öffnete, lag ich auf einem Tisch und konnte mich nicht mehr bewegen. In meinem Kopf schienen tausend kleiner Männchen mit Hämmern damit beschäftigt zu sein, mein Hirn in handliche Stücke zu zerlegen. Das Erwachen an sich ging ganz langsam von Statten, erst öffnete ich das Eine, dann das andere Auge. Nachdem dies ganz gut klappte, versuchte ich, meinen Kopf zu heben. Aber wie bereits erwähnt, das funktionierte nicht so ganz. Lediglich drehen konnte ich ihn. Anschließend versuchte ich es mit den Armen, den Beinen und mit meinem Oberkörper, aber nichts ging. Komischerweise konnte ich aber auch keine Fesseln spüren. Was also hielt mich an diesem blöden Tisch fest? Hatte man mich auf magische Art gefesselt? Aber das war nicht die einzigen Frage, die ich mir stellte. Wo war ich? Warum war ich hier? Und wer hatte mich hierher gebracht? So konnte ich es auf keinen Fall ergründen, darum beschloß ich, abzuwarten. Bestimmt würde irgendwann irgend jemand erscheinen, um mir alles zu erklären. Aber erst mal lag ich rum und wartete. Da ich nicht auf meine Uhr schauen konnte, wußte ich nicht, wie spät es war. Mein Zeitgefühl hatte sich verabschiedet, wieder etwas, daß mich störte. Ich schätze, ich lag etwa eine drei viertel Stunde auf dem Tisch, als sich irgendwo hinter mir eine Tür öffnete. Drei Ladys erschienen und bauten sich vor mir auf. Sie stellten sich als Lissy, Yvonne und Vanessa vor und waren offensichtlich Geschwister. "Du also bist der berühmte John Harvey. Ich kann es nicht fassen, daß du uns so leicht in die Falle gelaufen bist". Die Verachtung in ihrer Stimme war kaum zu überhören. "Okay, was soll das alles?", fragte ich unwirsch. "Rate mal, warum du hier bist", meinte Lissy lächelnd. "Wollt ihr mich killen?". Nun brachen die drei in Gelächter aus. "Dich töten? Nein, das werden wir nicht tun. Wir machen etwas viel besseres". Komisch, irgendwie verschaffte mir ihre Ankündigung gar keine Erleichterung. "Und was habt ihr vor?". "Nun, wir werden dafür sorgen, daß du ein guter Diener des Satans wirst. Was hältst du davon?". "Darauf lege ich eigentlich keinen Wert". Lissy beugte sich über mich. "Ich verspreche dir, daß du diesen Abend nie vergessen wirst. Du hast unserem Meister schon so viele Probleme bereitet, er hat genug davon. Darum hat er uns drei losgeschickt. Aber er hat beschlossen, dich nicht zu töten. Das wäre zu leicht. Nein, er möchte, daß du zu einem Dämon wirst und ihm hilfst. Wer weiß, vielleicht ist ja eine gewisse Rachel dein erstes Opfer?". Ich schluckte. Also so war das. "Und was seit ihr?", fragte ich. "Oh, wir sind nur drei einfache Hexen. Aber wenn wir uns hier bewähren, bekommen wir stärkere magische Kräfte". Damit war die Befragung fürs erste beendet, denn die Drei gingen. Nach einer Weile kam Vanessa zurück. Sie trug einen Teller mit Früchten und fragte, ob ich welche wolle. Ich hatte eigentlich keinen Appetit, vor allem weil ich nicht wußte, ob das Zeug in Ordnung war. Sie hielt mir eine Erdbeere hin und schaute mich erwartungsvoll an. Ich schüttelte den Kopf. Sie zuckte mit den Schultern und futterte sie selbst. "Weißt du, es wird dir gefallen. Wir werden dir zeigen, was es heißt, auf unserer Seite zu sein". Ich besah mir das Girl näher. Sie war höchstens achtzehn Jahre alt, hatte schwarze Augen und schwarze Haare. Außerdem hatte sie ein sehr hübsches Gesicht und lustige Grübchen. Sie war echt niedlich, gefiel mir. "Willst du wirklich nichts?". Wieder hielt sie mir eine Erdbeere hin. Diesmal öffnete ich den Mund und sie schob sie hinein. "Warum wurdest du eine Hexe?". "Na ja, meine Schwestern haben mich überredet. Und eigentlich ist es ganz in Ordnung". Ich überlegte. Hatte ich hier das schwächste Glied in der Kette vor mir? "Du bist sehr schön", sagte ich und meinte es ehrlich. Sie lächelte und schaute etwas verlegen nach unten. In diesem Moment kam Lissy. "Du kannst gehen", befahl sie ihrer Schwester. Dann setzte sie sich zu mit auf den Tisch. Ich wartet gespannt, was jetzt käme. "Du wirst es genießen, einer von uns zu sein". "Toll. Wenn es wirklich so schön ist, wieso gönnt es mir Satan dann?". "Das wirst du noch sehen. Er hat etwas besonderes mit dir vor. Aber erst mal werden wir unseren Spaß haben. Mit diesen Worten strich sie mir mit ihrer Hand über mein Hemd. Langsam schob sie ihre Finge unter die Knöpfe und öffnete sie. Nun kraulte sie mir die Brust und streichelte mir sanft den Hals. Anschließend setzte sie sich auf meine Beine und zog mir ihre Haare durchs Gesicht. Ich war mehr als überrascht. Offensichtlich wollte sie mich verführen. Nun fing sie an, mit ihrer Zunge in meinem Ohr zu bohren. Obwohl ich mich in einer elenden Position befand, hatte ihre Aktion etwas verdammt erotisches. Nachdem sie mit meinem Ohr fertig war, kam mein Gesicht dran. Sanft fuhr ihre Zunge über meine Lippen und bahnte sich ihren Weg in meinen Mund. Anschließend rutschte sie tiefer und bearbeitete meine Brust, meinen Bauchnabel und schließlich... Ich war ihr total ausgeliefert, und sie nutze es weidlich aus. Sie machte Dinge mit mir, von denen ich nie geträumt hatte. Es war der pure Wahnsinn. Obwohl ich mich bemühte, ich konnte mich nicht beherrschen, sie war einfach stärker. Als sie fertig war, schaute sie mich an. "Und wie war das?". Ich konnte kaum etwas sagen. Allerdings fiel mir auf, daß sich etwas in mir verändert hatte. Vorher hatte ich krampfhaft darüber nachgedacht, wie ich von hier verschwinden könnte. Nun hatte ich es plötzlich gar nicht mehr so eilig. Auch die Vorstellung, zu einem Dämon zu mutieren, hatte etwas von ihrem Schrecken verloren. Sie lächelte und zog sich wieder an. Mit einem letzten sanften Kuß verabschiedete sie sich. Vanessa erschien wieder und rieb mich mit einem Handtuch ab. Dabei fragte sie, wie ich mich fühlen würde. "Oh, es ginge mir besser, wenn ich mich bewegen könnte". Sie schüttelte den Kopf und meinte, daß dies nicht ginge. Nachdem sie fertig war, wollte sie gehen. "Bekomme ich von dir keinen Kuß?". Sie schaute mich überrascht an. "Möchtest du das gerne?". "Aber sicher. Du bist die Süßeste von allem". Wieder lächelte sie und hauchte mir einen Kuß auf den Mund. Dabei sah ich ein leichtes Blitzen in ihren Augen. "Weißt du, es ist schade, daß du nicht auf meiner Seite stehst". "Bald stehst du auf meiner", antwortete sie. Ich schüttelte den Kopf. "Sie wollen aus mir einen Dämon machen. Ein Dämon kann keine Gefühle empfinden, und das finde ich traurig. Denn ich finde dich wirklich toll". Sie wurde rot und ging. Ich blieb zurück und dachte nach. Was war nur mit mir los. Zwar wollte ich noch immer von hier weg, aber wie gesagt, etwas hatte sich verändert. Meine Gedanken wurden unterbrochen, denn Yvonne kam rein. Sie streckte ihre Hand aus, murmelte etwas und ich drehte mich auf dem Tisch. Nun lag ich auf dem Bauch. Sie zog mir das Hemd gänzlich aus und fing an, mich zu massieren. Sie knetete sanft meinen Nacken und fuhr mir anschließend über den Rücken. Von dort aus ging es weiter über meinen Po die Beine hinunter und wieder zurück. Ich merkte, wie meine Erregung erneut wuchs. Nachdem meine Rückseite fertig war, wurde ich wieder umgedreht, es ging vorne weiter. Nach schätzungsweise zwei Stunden war auch dies Behandlung beendet. Nachdem sie gegangen war, stellte ich fest, daß ich wieder etwas von meinem Widerstand verloren hatte. War dies das Ziel der Ladys? Vanessa erschien erneut mit dem Tuch. "Sag mal, findest du mich wirklich so nett?", fragte sie. Ich mußte mich zusammenreißen, um meine Rolle weiter zuspielen. "Aber ja. Wenn ich dich an einem anderen Ort getroffen hätte... Aber so....". Betrübt schaute ich sie an. "Aber du hast doch eine Freundin". "Na ja, wir sind nicht verheiratet. Und für dich....". Wieder ließ ich den Satz unbeendet. Diesmal gab sie mir den Kuß freiwillig. Ich lag allein da und versuchte, nachzudenken. Ich mußte hier weg, aber warum? War es wirklich so schlimm, ein Dämon zu sein. Ich rief mich zur Ordnung. Langsam merkte ich, was es mit dem Sex auf sich hatte. Man sollte halt nie mit Hexen schlafen. Lissy kam zurück und schaute mir in die Augen. "Ich glaube, du bist bald bereit für das Ritual. Aber noch nicht ganz". Sie küßte mich, und ich merkte, wie mein Widerstand endgültig schwand. Es war der längste Kuß meines Lebens, ich dachte, er hört nie wieder auf. Allerdings wollte ich auch nicht, daß sie aufhörte. Anschließend schaute sie mir wieder in die Augen. "Okay, jetzt kann es losgehen". Vanessa kam mit einer Robe zurück, Lissy murmelte etwas und ich konnte mich wieder bewegen. "All right, mach ihn fertig". Damit ließ uns Lissy allein. Vanessa half mir auf die Beine und reichte mir die Robe. "Warum hast du nicht..., ich meine...", fragte ich. "Ich bin noch nicht so weit. Bisher bin ich nur eine Art Handlangerin". Ich zog mich um und sie schaute mich traurig an. "Und, hast du Angst?", fragte sie mich. "Nein, warum sollte ich?". "Also hat es geklappt", murmelte sie. Ich dachte nach. Wieso hatte ich keine Angst. Was war nur los mit mir? Irgend etwas regte sich in mir. Ich schaute zu Vanessa und nahm sie in den Arm. "Später habe ich vielleicht keine Chance mehr", flüsterte ich ihr zu und küßte sie. Sie wehrte sich nicht, ganz im Gegenteil. Ich ließ sie wieder los, denn ich hörte die Anderen kommen. Dabei sah ich einen feuchten Schimmer in Vanessas Augen. "So, es kann losgehen. Bist du bereit?". Ich nickte, obwohl etwas in mir schrie, ich solle mich dagegen wehren. Aber es klappte nicht, mein Widerstand war weg. Sie nahmen mich in die Mitte und führten mich in einem anderen Raum. Dort stand ein Altar, auf den ich mich legen sollte. "Der große Meister wird dir dein Herz nehmen und dir dafür die Unsterblichkeit geben", rief Lissy. "Wenn ich es sage, sprich mir nach". Auch diese Ankündigung hatte keine Wirkung auf mich. Aber mir wurde klar. Daß ich wohl aktiv mitmachen mußte, damit es klappt. Deshalb also hatten sie meinen Widerstand gebrochen. Die beiden Schwestern fingen an, etwas aus einem Buch vorzulesen. Ich schaute zur Tür und sah Vanessa eintreten. Erst sah es so aus, als ob sie sich ihren Schwestern stellen wollte, aber plötzlich hielt sie eine Pistole in der Hand. "Stop. Ich lasse es nicht zu", rief sie. Yvonne schaute sie an. "Was soll das? Bist du verrückt geworden?". "Nein. Aber ich will nicht, daß das passiert. Überhaupt habe ich genug von dem ganzen Satansquatsch". Sie kam näher und ich erkannte, daß es meine Waffe war, die sie da in der Hand hielt. Also hatte sich die Drei in meiner Wohnung umgesehen, nachdem sie mich ausgeschaltet hatten. Sie kam zu mir und schaute mich an, während Lissy und Yvonne wie erstarrt auf sie schauten. Sie stand nun neben mir und drückte mir etwas in die Hand. Ich spürte, daß es sich dabei um mein Kreuz handelte und schrie auf. Ein Blitz fuhr durch mich hindurch, kaum hatte ich Kontakt mit dem Silber. Gleichzeitig wurde ich wieder klar im Kopf. Dies hatten wohl auch Lissy und Yvonne gemerkt. "Das war ein Fehler, Schwester", schrie Lissy und hielt plötzlich einen Dolch in der Hand. Sie hob den Arm und wollte ihn auf ihre Schwester schleudern, aber diese drückte ab. Lissy brach zusammen und starb. Yvonne stürzte sich auf Vanessa, aber die Kleine war abermals die Schnellere. Auch die Zweite teilt das Schicksal ihrer Schwester. Ich starrte auf die beiden Toten, dann auf Vanessa. Sie schien erst jetzt zu begreifen, was sie getan hatte. "Oh mein Gott", brachte sie hervor. Dabei schaute sie mich verzweifelt an und fing an zu weinen. Ich ging auf sie zu und wollte sie in den Arm nehmen, sie aber wich zurück. "Nein, laß mich. Ich habe gegen seinen Willen verstoßen, dafür wird er mich bestrafen". Ich sah, wie sie zitterte. Neben der toten Lissy ging sie in die Knie, nahm den Dolch und schaute mich an. Dann drehte sie die Klinge und rammte ihn sich in die Brust. Ich rannte zu ihr und nahm sie in den Arm. "Du hattest Recht. Hätten wir uns wo anders getroffen, hätten wir uns lieben können. Aber nicht so. Ich konnte nicht anders, Satan hätte mich bestraft. So entgehe ich dem". Ihre Stimme hatte sich in ein Flüstern verwandelt. "Ich liebe dich", war das letzte, das sie in ihrem Leben sagte. Ich saß da und schluckt. Tausend Gedanken jagten mir durch den Kopf. Was hatte ich getan? Ich hatte sie benutzt, um von hier weg zu kommen. Ich hatte ihr was vorgemacht. Oder? In meinem Inneren regte sich echte Trauer. Nein, es war nicht nur Show, ich mochte sie wirklich, hatte mich in der Tat in sie verliebt. Trotz Rachel. Ich fühlte mich in diesem Moment so mies wie noch nie. Gut, ich lebte noch, aber zu welchen Preis? Ich zog mich wieder um steckte meine Pistole ein. Nun schaute ich auch auf meine Uhr und stellte fest, daß es bereits vier Uhr morgens war. Dann suchte den Ausgang.
Nachdem ich draußen war, hielt ich Ausschau nach einem Telefon und rief die Polizei. Als
diese eintrafen, zeigte ich ihnen meinen Ausweis, den ich vom Staatsanwalt bekommen hatte
und machte meine Aussage. Ich erzählte ihnen was von religiösem Wahn und konnte
schließlich gehen. Sie waren so nett, mich nach Hause zu fahren. Dort angekommen ging ich
sofort zu Bett. In meinen Träumen erschien mir Vanessa. Ich sah ihr süßes Gesicht, ihr
schüchternes Lächeln und die tollen Augen. Verdammt.